Logo der Landeskirche

Konzert "Gloria in D" in Flehingen

Gloria zum Abschluss – Konzert setzt würdigen Schlusspunkt zum Kirchenjubiläum in Flehingen
Chöre und Orchester begeistern mit Vivaldi in überfüllter Kirche
Mit einem festlichen Konzert ging am vergangenen Wochenende die Konzertreihe zum 200. Geburtstag der evang. Kirche in Flehingen zu Ende ...

Quelle: Evangelische Kirchengemeinde Flehingen-Zaisenhausen - eingebettet von www.eki-suedlicherkraichgau.de

... und dies mit einem musikalischen Höhepunkt, wie er eindrucksvoller kaum hätte sein können. Zwei Chöre – der Männergesangverein Einigkeit Flehingen und der Frauenchor der kath. Kirchengemeinde Sickingen – gestalteten unter der Leitung ihrer gemeinsamen Dirigentin Margit Antoni ein Programm, das durch seine Vielfalt, seine Tiefe und seine außergewöhnliche Qualität überzeugte.
Der MGV eröffnete den Abend mit vier ausgewählten Werken. Besonders hervorzuheben ist „Pacem“ von Lee Dengler – ein schlichtes, inniges Friedensgebet, das mit seiner ruhigen Eindringlichkeit berührte. Der Chor beeindruckte durch einen warmen, feinen und äußerst homogenen Klang – eine Qualität, die man bei einem traditionellen Männerchor nicht unbedingt erwartet.
Im Anschluss trat der Frauenchor auf und präsentierte zunächst das Terzett „Hebe deine Augen auf“ aus Mendelssohns Elias mit klaren Stimmen, präziser Intonation und beeindruckender Ausdrucksstärke. Es folgte das „Agnus Dei“ von Brian Lewis. Für diese Darbietung hatte Johannes Antoni ein eigenes Arrangement für Frauenchor, Streichorchester und Oboe geschaffen. Der Frauenchor entfaltete dabei eine überraschende Klangfülle, die den Kirchenraum eindrucksvoll erfüllte und das musikalische Potenzial des Ensembles unter Beweis stellte.
Zum zentralen Werk des Abends, dem „Gloria in D-Dur“ von Antonio Vivaldi, vereinten sich beide Chöre. Unterstützt vom Streichorchester Bachissimo, Trompete und Oboe, entstand eine farbenreiche, lebendige und zugleich stilistisch klare Interpretation des barocken Meisterwerks.
Besondere Akzente setzten die beiden jungen Gesangssolistinnen: Carolin Antoni glänzte im Sopran-Solo „Domine Deus“ mit einer klaren, leuchtenden Stimme, die sich in einer fein abgestimmten Zwiesprache mit der Oboe wunderbar entfalten konnte – ein überzeugendes Beispiel für stilgerechte barocke Gestaltung und musikalisches Einfühlungsvermögen. Johanna Götz überzeugte unter anderem im lebendigen „Qui sedes ad dexteram Patris“ mit ihrer warmen, gut tragenden Altstimme und großer musikalischer Präsenz.
Die Dirigentin Margit Antoni führte Sängerinnen, Sänger und Musiker mit ruhiger Hand, großer Musikalität und bewundernswerter Übersicht durch das anspruchsvolle Werk. Dass dies mit zwei Laienchören gelang, verdient höchste Anerkennung.
Zum Abschluss des Konzerts erklang „Verleih uns Frieden“ von Felix Mendelssohn Bartholdy als feierliches, eindringliches Gebet, das angesichts der aktuellen Weltlage eine besondere Wirkung entfaltete. Als Zugabe folgte das „Abendlied“ von Joseph Rheinberger in großer Ruhe und setzte damit einen stimmungsvollen Ausklang dieses Abends.
Christoph Haag, Vorsitzender der evang. Kirchengemeinde, dankte zum Abschluss allen Mitwirkenden und betonte, dass ein Konzert dieser Qualität auf dem Land alles andere als selbstverständlich sei. Die innige, fast familiäre Atmosphäre und der lange Applaus zeigten: Dieses Konzert hat die Herzen vieler Menschen erreicht.
Ch. Haag nahm dieses Abschlusskonzert zum 200- jährigen Kirchenjubiläum zum Anlass, Familie Antoni ganz herzlich zu danken. Ohne das außergewöhnliche Engagement der ganzen Familie wäre die Konzertreihe im Verlauf des Jahres nicht möglich gewesen. Als Zeichen des Danks überreichte er einen Geschenkgutschein für das Festspielhaus Baden-Baden.
Ein besonderer Dank galt auch Familie Blankenhorn, die mit großem organisatorischem Einsatz die gesamte Konzertreihe zum 200-jährigen Kirchenjubiläum überhaupt erst möglich gemacht hatte.
Ein unvergesslicher Abend und ein würdiger Schlusspunkt eines ganz besonderen Jubiläumsjahres.