Kinotreff in der Kinemathek: "Amrum"

Termin
Do. 29.10.2026, 15:00 bis 17:00 Uhr
Regie: Fatih Akin
Kinostart: 2025
Im Jahr 1945, in den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs, in einem kleinen Dorf auf der Insel Amrum. Der 12-jährige Nanning arbeitet als ältestes Kind der Familie auf dem Kartoffelacker der Bäuerin Tessa Bendixen oder sucht Treibholz als Brennmaterial, um seiner Mutter Hille zu helfen, die Familie zu ernähren. Sie ist überzeugte Nationalsozialistin und hochschwanger. Nanning und seine Mutter mussten gemeinsam mit seiner Tante Ena und seinen beiden kleineren Geschwistern aus dem zerbombten Hamburg auf die Insel fliehen. Nannings Vater ist Obersturmführer der SS und befindet sich im Krieg. Nannings Familie stammt mütterlicherseits zwar seit neun Generationen aus Amrum, er selbst kann die ortsübliche nordfriesische Sprache jedoch nur verstehen, nicht sprechen – damit fühlt sich Nanning selbst wie ein Fremder auf der Insel.
Beschreibung
Die Inselbewohner stehen dem Nazi-Regime und dem Krieg reservierter als Nannings Familie gegenüber. Viele haben durch Auswanderung Verbindungen in die Vereinigten Staaten. Nanning schnappt einen Kommentar der Bäuerin Tessa auf, dass der Krieg bald vorbei sei, und stellt am Küchentisch arglos die Frage, wann der Vater zurückkehre. Nannings Mutter denunziert daraufhin Tessa aufgrund von Wehrkraftzersetzung. Tessa möchte Nanning nicht mehr beschäftigen, dem sie vorwirft, sie verraten zu haben. Nur durch das nahende Kriegsende entgeht Tessa einer möglichen Todesstrafe. Aber auch innerhalb der Familie werden Risse sichtbar, weil Tante Ena zunehmend offene Kritik an den Nazis übt.
Nannings Mutter erfährt im Radio vom Tod Adolf Hitlers und ist tief schockiert; unmittelbar danach setzen bei ihr die Wehen ein. Die Geburt des Kindes gelingt, jedoch verfällt die Mutter danach in eine Depression und isst nichts mehr. Nachts äußert sie Nanning gegenüber den Wunsch nach einem Weißbrot mit Butter und Honig. Den möchte ihr Nanning erfüllen. Das ist jedoch keine leichte Aufgabe, denn auf der Insel mangelt es wegen des Krieges an allem.
Mittels Tauschwirtschaft versucht er, dennoch an die begehrten Zutaten Weißmehl, Butter und Honig zu kommen. Bei seinen Tauschversuchen lernt Nanning die Menschen der Insel besser kennen, macht aber auch Erfahrungen mit dem Tod. Mit seinem Schulfreund Hermann jagt er Kaninchen und nimmt diese anschließend aus. Er schweigt, als er entdeckt, dass Hermanns Opa Feindsender hört. Auf der benachbarten Insel Föhr erhält er Zucker von Onkel Onno, einem überzeugten Nationalsozialisten, und gerät bei steigender Flut in einem Priel unter Lebensgefahr. Bei seinem zweiten Besuch bei Onkel Onno stellt Nanning fest, dass sich dieser aufgrund der drohenden Kriegsniederlage erschossen hat, und nimmt sich heimlich Butter aus dem Kühlschrank. Auf dem Rückweg begegnet er zwei jungen Ostvertriebenen und gerät in einen Streit um die Butter. Als einer der Vertriebenen jedoch zu ertrinken droht, rettet Nanning ihn.
Einmal begleitet Nanning den alten Fischer Sam Gangsters auf die Robbenjagd. Durch Sam erfährt Nanning, dass sein Onkel Theo, der ihm zur Geburt ein Walfängermesser geschenkt hat, wegen des Kriegsausbruchs in Amerika bleiben musste. Danach deportierten die Nazis dessen in Deutschland festsitzende jüdische Verlobte Ruth und ermordeten sie. Sam berichtet auch, dass Nannings einflussreiche Eltern dem Paar hätten helfen können, dies aber bewusst nicht taten. Nanning möchte Sam nicht glauben und nennt ihn einen Lügner. Später im Traum begegnet Onkel Theo ihm: „Du bist nicht schuld, aber du hast dennoch damit zu tun.“ Als Spätgeborener trage er keine persönliche Schuld an der nationalsozialistischen Vergangenheit seiner Eltern, könne sich aber deren Erbe und den damit verbundenen Fragen nicht entziehen.
Am Tag der deutschen Kapitulation schafft Nanning es endlich, Weißbrot, Butter und Honig zu beschaffen. Während draußen einige Bewohner das Kriegsende feiern, ist Nannings Mutter – die bis zuletzt den Glauben an den Endsieg hochgehalten hatte – kaum ansprechbar und würdigt das Geschenk ihres Jungen nicht. Nanning ist enttäuscht und beginnt zu weinen, woraufhin sie ihm vorhält, dass wegen „Heulsusen“ wie ihm der Krieg verloren gegangen sei. Erst als Nanning nicht aufhört zu weinen, nimmt sie ihn in den Arm und möchte das Brot essen. Doch in der Zwischenzeit hatte sich Nannings kleiner Bruder bereits über das Brot hergemacht. Nanning schlägt mit roher Gewalt auf seinen Bruder ein.
Nach Kriegsende gerät Nannings Familie in wirtschaftliche Schwierigkeiten, da sie weder Tauschmittel noch Devisen besitzt. Der Versuch der Mutter, beim Fleischer mit Lebensmittelkarten der Nationalsozialisten einzukaufen, schlägt fehl – ebenso ihr anschließender versuchter Diebstahl einer Wurst. Sie – die bildungsbewusste Städterin – wird als Diebin entlarvt und blamiert sich vor den Dorfbewohnern. Zugleich enttäuscht sie ihre beiden Söhne, die der Situation beiwohnen. Nannings Vater fordert seine Familie in einem Brief aus britischer Kriegsgefangenschaft auf, nach Hamburg zurückzukehren. Dieser Bitte kommen sie am Schluss des Filmes nach und verkaufen ihr Haus auf Amrum. Hermann und eine Ostvertriebene, deren Bruder er gerettet hatte, verabschieden sich von Nanning. Dessen blinde Verehrung seiner Mutter und sein kindlicher Glaube an den Nationalsozialismus sind durch die Ereignisse der letzten Kriegstage abgeflaut.
In der letzten Szene gibt es einen Zeitsprung in die Gegenwart, bei dem ein alter Mann gezeigt wird, wie er schweigend am Strand von Amrum steht und aufs Meer schaut – Hark Bohm, der Autor des Films, auf dessen Kindheitserinnerungen die Handlung fußt.
Nannings Mutter erfährt im Radio vom Tod Adolf Hitlers und ist tief schockiert; unmittelbar danach setzen bei ihr die Wehen ein. Die Geburt des Kindes gelingt, jedoch verfällt die Mutter danach in eine Depression und isst nichts mehr. Nachts äußert sie Nanning gegenüber den Wunsch nach einem Weißbrot mit Butter und Honig. Den möchte ihr Nanning erfüllen. Das ist jedoch keine leichte Aufgabe, denn auf der Insel mangelt es wegen des Krieges an allem.
Mittels Tauschwirtschaft versucht er, dennoch an die begehrten Zutaten Weißmehl, Butter und Honig zu kommen. Bei seinen Tauschversuchen lernt Nanning die Menschen der Insel besser kennen, macht aber auch Erfahrungen mit dem Tod. Mit seinem Schulfreund Hermann jagt er Kaninchen und nimmt diese anschließend aus. Er schweigt, als er entdeckt, dass Hermanns Opa Feindsender hört. Auf der benachbarten Insel Föhr erhält er Zucker von Onkel Onno, einem überzeugten Nationalsozialisten, und gerät bei steigender Flut in einem Priel unter Lebensgefahr. Bei seinem zweiten Besuch bei Onkel Onno stellt Nanning fest, dass sich dieser aufgrund der drohenden Kriegsniederlage erschossen hat, und nimmt sich heimlich Butter aus dem Kühlschrank. Auf dem Rückweg begegnet er zwei jungen Ostvertriebenen und gerät in einen Streit um die Butter. Als einer der Vertriebenen jedoch zu ertrinken droht, rettet Nanning ihn.
Einmal begleitet Nanning den alten Fischer Sam Gangsters auf die Robbenjagd. Durch Sam erfährt Nanning, dass sein Onkel Theo, der ihm zur Geburt ein Walfängermesser geschenkt hat, wegen des Kriegsausbruchs in Amerika bleiben musste. Danach deportierten die Nazis dessen in Deutschland festsitzende jüdische Verlobte Ruth und ermordeten sie. Sam berichtet auch, dass Nannings einflussreiche Eltern dem Paar hätten helfen können, dies aber bewusst nicht taten. Nanning möchte Sam nicht glauben und nennt ihn einen Lügner. Später im Traum begegnet Onkel Theo ihm: „Du bist nicht schuld, aber du hast dennoch damit zu tun.“ Als Spätgeborener trage er keine persönliche Schuld an der nationalsozialistischen Vergangenheit seiner Eltern, könne sich aber deren Erbe und den damit verbundenen Fragen nicht entziehen.
Am Tag der deutschen Kapitulation schafft Nanning es endlich, Weißbrot, Butter und Honig zu beschaffen. Während draußen einige Bewohner das Kriegsende feiern, ist Nannings Mutter – die bis zuletzt den Glauben an den Endsieg hochgehalten hatte – kaum ansprechbar und würdigt das Geschenk ihres Jungen nicht. Nanning ist enttäuscht und beginnt zu weinen, woraufhin sie ihm vorhält, dass wegen „Heulsusen“ wie ihm der Krieg verloren gegangen sei. Erst als Nanning nicht aufhört zu weinen, nimmt sie ihn in den Arm und möchte das Brot essen. Doch in der Zwischenzeit hatte sich Nannings kleiner Bruder bereits über das Brot hergemacht. Nanning schlägt mit roher Gewalt auf seinen Bruder ein.
Nach Kriegsende gerät Nannings Familie in wirtschaftliche Schwierigkeiten, da sie weder Tauschmittel noch Devisen besitzt. Der Versuch der Mutter, beim Fleischer mit Lebensmittelkarten der Nationalsozialisten einzukaufen, schlägt fehl – ebenso ihr anschließender versuchter Diebstahl einer Wurst. Sie – die bildungsbewusste Städterin – wird als Diebin entlarvt und blamiert sich vor den Dorfbewohnern. Zugleich enttäuscht sie ihre beiden Söhne, die der Situation beiwohnen. Nannings Vater fordert seine Familie in einem Brief aus britischer Kriegsgefangenschaft auf, nach Hamburg zurückzukehren. Dieser Bitte kommen sie am Schluss des Filmes nach und verkaufen ihr Haus auf Amrum. Hermann und eine Ostvertriebene, deren Bruder er gerettet hatte, verabschieden sich von Nanning. Dessen blinde Verehrung seiner Mutter und sein kindlicher Glaube an den Nationalsozialismus sind durch die Ereignisse der letzten Kriegstage abgeflaut.
In der letzten Szene gibt es einen Zeitsprung in die Gegenwart, bei dem ein alter Mann gezeigt wird, wie er schweigend am Strand von Amrum steht und aufs Meer schaut – Hark Bohm, der Autor des Films, auf dessen Kindheitserinnerungen die Handlung fußt.
Eintritt: € 6,--
Infotelefon 0721 9374714
Infotelefon 0721 9374714
Veranstaltungsort: Kinemathek Karlsruhe e.V., Karlsruhe
Veranstalter: junge alte und Kinemathek Karlsruhe e.V.
junge alte und Kinemathek Karlsruhe e.V.




