Worte an die Gemeinde

Andrea Knauber Wie schön, daß ich im Urwald bin:
man kann hier noch so lange wandern,
ein Urbaum steht neben dem andern.
Und an den Bäumen, Blatt für Blatt, hängt Urlaub.
Schön, daß man ihn hat!“
Heinz Erhardt

Liebe Leserin, lieber Leser!

Besonders wer im Rhythmus von Arbeit und Urlaub lebt, der weiß um die Bedeutung des Urlaubs. Jenen Wochen freier Zeit, die zur Verfügung stehen, um zu tun oder zu lassen, was man will. Der Sommerurlaub, sofern nicht bereits in den Pfingstferien vorgezogen, steht jetzt bevor. Was haben Sie sich vorgenommen? Werden Sie die Zeit zu Hause verbringen und die Zeit sinn-voll nutzen? Vielleicht gar nichts sich vornehmen, was auch Sinn machen kann? Oder machen Sie sich auf den Weg, auf eine Reise? Wenn Sie diese Möglichkeit haben, dann ist das immer schön und wohltuend: mal eine andere Richtung einzuschlagen. Und damit eine andere Blickrichtung. Neue Blicke zu wagen: auf Landschaften wie auf Menschen andernorts. Wie auf die mitreisende Familie, die Freunde. Und auf sich selbst.
Urlaub gilt für viele als schönste Zeit des Jahres. Der Sommerurlaub ganz besonders. Sommerurlaub. Da stellen sich sogleich Bilder ein. Vielleicht eines, wie auf unserem Titelblatt der aktuellen Ausgabe unseres Gemeindebriefes zu sehen, Sonnenbrille im Sand. Ich denke sofort an Sonne, Strand, Meer, Strandspaziergang, laue Abende, klarer Sternenhimmel, die Seele baumeln lassen, Entdeckungen machen, Muße und das Glück, zu sein.
Urlaubszeit. Schönste Zeit des Jahres. Doch gerade deshalb ist sie so gefährdet - durch überhöhte Erwartungen an die Reise, an den Partner, die Partnerin, die Kinder, an sich selbst. Auch an Gott, der uns die Lebenszeit und damit auch die Urlaubszeit schenkt.
Lassen Sie sich beschenken von Gott! Mit Zeit. Wie auch mit einem gnädigen Blick, der uns nach dem Urlaub besonders gut das in Erinnerung behalten lässt, was schön war und gut. Ein gnädiger Blick auf das Erlebte macht gelassener, versöhnlicher, schenkt Frieden – besonders mit dem, was sich an Erwartungen im Urlaub vielleicht so nicht erfüllt hat.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen erfüllte, beglückende, bereichernde Sommerferien hier wie dort, wo Sie unterwegs sind. Mit dem ein oder andern neuen, eben gnädigen Blick auf sich selbst, die Menschen und die Welt um sie herum! 

Ihre Pfarrerin

Andrea Knauber 


Aktualisiert am 05. Juli 2018