Worte an die Gemeinde

Andrea Knauber  

Liebe Leserin, lieber Leser!

Bevor die Lichter am Christbaum unsere Räume erhellen, leuchten zuvor vier Kerzen am Adventskranz, die uns den Weg zur Krippe weisen. Das Ziel ist klar. Ich mache mich auf den Weg, der ein spiritueller ist. Mich nicht im Innern aufzumachen, ist für mich keine Möglichkeit. Ich möchte ankommen, das Kind sehen, es anbeten und es feiern. Denn das Geschehen der Heiligen Nacht birgt eine große Verheißung. Sie wird hörbar in Gestalt des Engels, der den Hirten die frohe Botschaft sagt: „Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.“ (Lukas 2, 10.11).

Sie wird sichtbar in Form eines Sterns, der den drei Weisen aus dem Morgenland die Richtung nach Bethlehem im judäischen Land zeigt. Die Verheißung wird wahr im Kind in der Krippe. Jesus, Jeshua ist sein hebräischer Name. Das bedeutet „Hilfe“. Mit Jesus kommt Hilfe in diese Welt. Göttlicher Beistand. Gottesnähe. Von seiner Ankunft erwarte ich nicht nur viel. Ich erwarte alles. Weil dieses Geschehen die Regeln dieser Welt auf den Kopf gestellt hat und damit mein Leben auf die Beine. Hirten, die zuvor am Rande standen, finden sich im Zentrum wieder. Die bei den Menschen nichts zählten, erhalten an der Krippe Bedeutung und Würde. Die in großer Traurigkeit, im Dunkeln, werden zum Trost vom Licht Gottes eingehüllt. Schwache werden ermächtigt, um gestärkt loszugehen und die starke Botschaft weiterzusagen.

Die Hirten sind losgegangen:  „Lasst uns nun gehen gen Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat,“ (Lukas 2, 15) sagen sie. „Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war.“ (Lukas 2, 17) Die frohe Botschaft von der Geburt Jesu endet nicht am Weihnachtsfest. Sie geht mit dem Fest erst richtig los. Und mit ihr beginnen die Verheißungen Raum zu greifen in dieser Welt. Vom Frieden. Ja, daran möchte ich festhalten in diesen friedlosen Zeiten. Wenn nicht jetzt, wann dann? So mache ich mich hoffnungsfroh auf den Weg zur Krippe im Advent, um das Wunder einzulassen. Herzlich lade ich Sie zum Mitgehen ein in Adventsandachten und Gottesdiensten rund um das Christfest.

In diesem Sinne grüße ich Sie und alle, die zu Ihnen gehören, herzlich und wünsche gesegnete Wege im Advent, an den Festtagen und im neuen Jahr 2019 – Zeit, um Hoffnungen auszuträumen!

Ihre Pfarrerin

Andrea Knauber 


Aktualisiert am 16. November 2018