Worte an die Gemeinde

Andrea Knauber  

 

Liebe Leserin, lieber Leser!  

Üben, ja üben. Das ist das Thema. Üben, um so ein schönes Instrument spielen zu können, wie der Junge auf dem Titelblatt der neuesten Ausgabe des Gemeindebriefes, die Sie in Händen halten. Sich in der Handhabung eines Instruments üben, heißt gleichzeitig sich in Geduld üben. Damit aus der anfänglichen Reihe von schrägen Tönen eine stimmige und stimmungsvolle Melodie und aus einem kleinen vielleicht einmal  ein großer Trompeter wird. Sofern er auf dem Übungsweg nicht stehen bleibt. Sondern geduldig dranbleibt.

Zum Üben und zu „Sieben Wochen ohne Stillstand“ lädt Sie die Aktion „7 Wochen ohne“ der Evangelischen Kirche in der Passionszeit ein. Vielleicht möchten Sie sich in diesen Wochen vor Ostern anschließen und überlegen, wie und womit Sie Ihrem Stillstand (auch dem Corona bedingten) entgegentreten wollen.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie in den Wochen der Passion etwas entdecken, das sie aufnehmen, gestalten, verfolgen und wodurch Sie neu in Bewegung kommen können. Das kann in Corona-Zeiten hilfreich sein und für das Leben überhaupt spannend werden. Denn, so der amerikanische Automobilpionier Henry Ford: „Wer immer schon tut, was er kann, bleibt immer das, was er schon ist“.

Um in Bewegung zu bleiben oder neu in Bewegung zu kommen wünsche ich Ihnen die dazu nötige Kraft. Und die Geduld. Denn ohne diese scheitern nicht nur grandios gedachte, persönliche Pläne und Projekte, sondern zerbricht auch Gemeinschaft, sagt die Lebenserfahrung.

Unsere wirkliche Not überhaupt, lese ich beim Theologen Dietrich Bonhoeffer, ist unser Versagen in der Geduld. Denn hier zeige sich, ob wir etwas in der Begeisterung beginnen oder im Glauben. Ich finde, das trifft es gut. Denn oft ist die Begeisterung schnell verflogen und der Stillstand tritt ein. Ob es mit Gottvertrauen besser geht? Ob mein Vertrauen in Gott meine Geduld, die in der Bibel als Tugend hoch geschätzt wird, mir weiterhelfen kann beim Üben, beim Angehen gegen den Stillstand in meinem Leben? Ich wünsche es mir. Ich wünsche es Ihnen. Nicht nur 7 Wochen, sondern Leben überhaupt ohne Stillstand. Und natürlich: Zeit zum Üben. Viel davon. Die schenke uns Gott!

Bleiben Sie gesund und behütet!

Ihre Pfarrerin  

 Andrea Knauber 


Aktualisiert am 06. März 2022